Farbenrausch im Herbst – Herbstfärbung bei Stauden

16. August 2012 | Kategorie: Stauden

(GMH/BdS) „Wenn die Tage wieder kürzer werden, warmes Licht durch die Morgennebel dringt und die Spinnweben mit glitzernden Tautropfen bedeckt sind und wie verwunschen zwischen den Stauden hängen, dann ist für mich Herbst“, so Annemarie Eskuche. Die Staudengärtnerin aus Ostenholz genießt die angenehmen Tagestemperaturen in der dritten Jahreszeit und kann sich an den Blattfarben, die sich im Herbst im Garten an Stauden und Gehölzen zeigen, nicht satt sehen. Genießen auch Sie den Herbst mit seiner überwältigenden Farbenvielfalt und lassen Sie den Indian Summer im Garten einziehen. „Mit herbstfärbenden Stauden, die für die Gartengestaltung unentbehrlich sind, bringen Sie einen dritten Höhepunkt und Indian-Summer-Feeling in den Garten“, erklärt Eskuche.

GMH_2012_33_01 Farbenrausch im Herbst – Herbstfärbung bei Stauden

Eine tolle Kombination zwischen Blüte und Blattfarbe bilden sibirischer Storchschnabel (Geranium wlassovianum) und Herbstzeitlose (Crocus speciosus). Das helle Blau hebt sich hervorragend vom dunklen Rot der Storchschnabel-Blätter ab. (Bildnachweis: GMH/Annemarie Eskuche)

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Herbstfärbende Stauden

„Achten Sie beim Pflanzenkauf nicht nur auf die Blüte“, rät die Staudenexpertin. Mit herbstfärbenden Stauden, die im Fachbetrieb in der Regel ausgewiesen sind, bringen viele Stauden im September und Oktober noch einmal kräftige Farben in den Garten. Eine tolle Herbstfärbung haben einige Arten des Knöterichs, der Staude des Jahres 2012. So zum Beispiel der Teppichknöterich (Bistorta affinis ´Superbum´), der sich nach der langen Blütezeit in rosa und rot mit einem schönen orangeroten Farbspiel der Blätter in den Winter verabschiedet. Ebenso faszinierend im Herbst sind viele Storchschnabelarten und -sorten. Sie färben sich im Herbst teilweise blutrot, bis hin zu orange. Eine besonders intensive orangerote Färbung weist der sibirische Storchschnabel (Geranium wlassovianum) auf. Die Art ist sehr anspruchslos, blüht lange mit schönen violetten Blüten und hat einen auffallend braun-rosa-violett getönten Austrieb, schwärmt Eskuche. Das Schildblatt (Darmera peltata) ist eine Pflanze für den Teichrand oder feuchte Gartenbereiche. Das Herbstlaub färbt sich kupferrot, so dass die großen Blätter besonders gut zur Geltung kommen. Gräser bringen neben Strukturen oftmals auch noch Farbe in den Herbstgarten. Leuchtend rotbraun zeigt sich das Bartgras (Andropogon scoparius). Auch Sorten des Chinaschilfs (Miscanthus sinensis ´Ghana´) tauchen ihre langen Wedel in ein leuchtendes Rot bis Braun im September und bringen im Herbst Farbe und im Winter Struktur in den Garten.

Blüten- und Blattfarben – Herbstkombinationen für das Auge

Schöne Pflanzenkombinationen sind eine Kunst und manche Gartenbilder stellen sich erst nach mehrfachem Probieren wie gewünscht ein. „Seien Sie kreativ“, empfiehlt Eskuche, „ein Garten ist nie fertig“. Wir haben vor allem im Herbst, wenn Pflanzzeit ist, die Möglichkeit einzugreifen. Stauden können dann an anderer Stelle wieder etabliert und neue Pflanzenbilder geschaffen werden“. Die folgenden Kombinationen kann Eskuche für den Herbstaspekt empfehlen. „Schön wirken immer die gefärbten Blätter mit spätblühenden Stauden“, weiß die Staudengärtnerin. Ein tolles Bild ergeben deshalb Herbstkrokusse (Crocus speciosus), die sich mit ihren blauen Blüten über die herbstgelben Blätter der Funkien (Hosta) erheben. Auch die rotgefärbten Blätter der Staudenpaeonien (Paeonia lactiflora) in Verbindung mit weißen Herbstanemonen (Anemone japonica) ergeben ein tolles Bild. Besonders angetan ist Eskuche von der Kombination zwischen herbstfärbenden Gräsern wie der Rutenhirse (Panicum virg. `Rehbraun´) mit dem lange, spät- und hellrosa-blühenden Seifenkraut (Saponaria x lempergii `Max Frei´). Vor Strukturbildnern wie Chinachilf (Miscanthus), die im Herbst gelb bis orangerot färben lassen sich Pflanzen wie Sonnenbraut (Helenium) oder  Herbstastern (Aster novae-angliae oder Aster novi-belgii) ansiedeln.

Herbstfärbende Stauden und Gehölze – die Kombinationen für die dritte Jahreszeit

Stauden in Kombination mit Gehölzen, das hat im Herbst seinen besonderen Reiz. Herbstfärbende Stauden wie Storchschnabel (Geranium), Bergenien (Bergenia) oder Schneefelberich (Lysimachia clethroides)  bilden beispielsweise einen idealen Kontrast zu immergrünen Gehölzen wie Buchs (Buxus), Stechpalme (Ilex) oder Koniferen (Chamaecyparis, Juniperus). Abwechslung zwischen die oftmals runden Gehölz-Strukturen bringen Gräser wie das Pfeifengras (Molinia arundinacea `Karl Förster´) mit seinen vertikalen Wuchseigenschaften und der spektakulären goldgelben Färbung im Herbst. Unter den Gehölzen gibt es viele, die in der dritten Jahreszeit ebenfalls zu farblichen Höhenflügen ansetzen. So zeigt die Zaubernuss (Hamamelis) ihre intensive Blattfärbung von gelb bis leuchtend rot. Japanischer Ahorn (Acer japonica) oder Felsenbirne (Amelanchier) setzen ebenfalls spektakuläre Farbakzente. In Kombination mit Stauden, die im Herbst blühen oder einen intensive Blattfarbe haben, entstehen tolle Pflanzenbilder.

Wussten Sie schon? Herbstfärbung – Ein Phänomen

Die Herbstfärbung ist für viele Menschen jedes Jahr aufs Neue ein Phänomen. Wissenschaftler erklären das Naturschauspiel nüchtern damit, dass im Herbst das Blattgrün (Chlorophyll) aus den Blättern abgebaut wird. Dadurch kommen die im Sommer verdeckten Farbpigmente die Karotinoide (gelb, orange, rot), die Xanthophylle (gelb) besser zur Geltung. Als Sonnenschutz werden in den Blättern zusätzlich Anthocyane (rot, violett, blau) gebildet. Diese Kombination der Farbpigmente in den Blättern sorgt dann für die spektakulären Herbstfarben, die allerdings auch von der Pflanzenart abhängen. „Die Witterung hat ebenfalls einen Einfluss auf die Herbstfärbung“, weiß Eskuche. Je trockener der Herbst, desto intensiver fällt die Färbung aus. Außerdem unterstützen hohe Unterschiede zwischen Tag und Nachttemperatur die Ausfärbung. Die Staudengärtnerin gibt in diesem Zusammenhang folgenden Tipp: Stauden sollten bis maximal Ende Juli gedüngt werden, dann schließen Sie ihr Wachstum rechtzeitig ab und es kommt ebenfalls zu einer schöneren Herbstfärbung.

Staudentipp – die Dreiblattspiere

Der Herbst, vor allem der September, ist eine gute Pflanzzeit. Stauden lassen sich prima im Garten etablieren. Der Boden ist noch warm, die Pflanzen können schnell einwurzeln und treiben im Frühjahr gleich kräftig aus. „Mein Favorit ist die Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata), eine der schönsten Herbststauden“ bekennt Eskuche. Die Staudenschönheit ist leider noch viel zu wenig bekannt. Sie ist fast das ganze Jahr über attraktiv. Im Frühjahr ist es der rötliche Austrieb und im Sommer die zarten weißen Blüten, die über der buschig aufrechten Pflanze zu schweben scheinen. Dann im Herbst das große Finale, wenn die aparte Pflanze in leuchtenden Orange- und Gelbtönen geradezu lodert. In Kombination mit weiteren Herbststauden oder Gräsern können im Garten farbige Herbstszenerien aufgezeigt werden. Die Dreiblattspiere wird 60 bis 80 cm hoch und fühlt sich im Halbschatten am wohlsten. Bis die Dreiblattspiere sich zur vollen Schönheit entwickelt braucht es einige Jahre, sie ist aber sehr langlebig. „Durch ihre Vielseitigkeit, ihre Unempfindlichkeit und ihren ordentlichen Auftritt begeistert sie Hobbygärtnern“, erklärt Eskuche.

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