(GMH) Kennen Sie Spargelhonig? Den gibt es zwar nicht unter dem Namen im Supermarkt zu kaufen, doch Honig kann einen hohen Anteil von Spargelpollen aufweisen. Denn Bienen fliegen auf die Pflanzen, wenn sie am Ende der Spargelernte austreiben und Blüten bilden. Spargel ist also nicht nur eine Nutzpflanze, sondern hat auch einen ökologischen Wert.

Im Sommer dienen Spargelfelder als Nahrungsquelle – die zarte Blüten bieten Insekten Nektar und Pollen. (Bildnachweis: GMH/Spargelstrasse NRW)

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Kraut bildet Nährstoffe

Bei vielen hört das Interesse am Spargel auf, wenn die Pflanzen ab Ende Juni austreiben dürfen. Was wir essen, sind die Sprossen im Frühjahr, aus denen sich später Kraut und Blüten bilden. Hört die Ernte auf, können sie austreiben und entwickeln grüne Triebe. Dann beginnt die Pflanze mit der Nährstoffproduktion. Die Anbauer düngen die Spargelpflanzen, damit sie genügend Reserven aufbauen können. Sie werden im dicken, weitreichenden Wurzelstock eingelagert und sind notwendig für einen kräftigen Austrieb im nächsten Frühjahr.

Jungpflanzen treiben früher aus

An den gefiederten, etwa 1,80 Meter langen Trieben bildet die Spargelpflanze unscheinbare Blüten. Hier kommen Bienen ins Spiel: Sie suchen nachweislich die kleinen gelben Glöckchen auf. Spargel ist damit eine der wenigen Gemüsearten, die auf dem Feld blühen darf. Und das über einen langen Zeitraum: Ab Mai blühen Jungpflanzen, die in den ersten zwei Jahren keinen Ertrag liefern. Die Ernte von sieben bis 12 Stangen pro Pflanze im Frühjahr erfolgt ab dem dritten Jahr und verzögert den Austrieb. Dadurch blühen die älteren Pflanzen erst ab Juli für etwa zwei Monate. Etwa zehn Jahre kann ein Spargelfeld auf diese Weise genutzt werden.

Spargelpollen im Honig

Das kommt den Bienen gerade recht. Sie fliegen auf Spargelblüten, zumal im Sommer das Angebot an blühenden Kulturpflanzen dünn gesät ist. Nachweisen lässt sich das durch Spargelpollen, die an den Insekten haften bleiben und im Honig landen. Neben Nektar sammeln Bienen auch gezielt Pollen, um sich und ihren Nachwuchs mit Proteinen zu versorgen.

Männliche Pflanzen bevorzugt

Für die Befruchtung werden Bienen übrigens auf den Spargelfeldern nicht benötigt. Denn Beeren bilden die Pflanzen in der Regel nicht aus. Das liegt daran, dass dort hauptsächlich männliche Pflanzen wachsen. Denn sie treiben im Vergleich zu weiblichen Pflanzen früher aus und bilden mehr Stangen aus, was wiederum die Menschen im Frühjahr zu schätzen wissen.

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Deutscher Spargel – nicht nur lecker, sondern auch ökologisch wertvoll

In Punkto Regionalität ist Bleichspargel vorbildlich: Mehr als 80 Prozent des Edelgemüses kommt aus heimischen Anbaugebieten, unter anderem aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bayern. Das spart lange Anfahrtswege mit dem Lkw oder sogar Flugzeug und ist somit gut fürs Klima. Die Felder mit den fein gefiederten, bis zu 1,80 Meter hohen Pflanzen haben zudem einen ökologischen Wert. Sie bieten nicht nur Bienen und anderen Insekten Nahrung, sondern dienen auch als Lebensraum unter anderem für Laufkäfer und Falter.

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