Zusatzbilder zu Artikel: Alles Gute kommt von unten – der Boden als Basis für Blüten und Blätter
Anja Seliger hat mit Gartenbau und Landschaftsarchitektur gleich zwei Studiengänge absolviert. Dass der Boden die Basis für das Gedeihen sämtlicher Pflanzen ist, weiß sie zudem aus ihrer praktischen Erfahrung im eigenen Garten und ihrer Arbeit am Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Dort gibt die Diplom-Ingenieurin als Referentin an der Gartenakademie ihr Wissen rund um naturnahes Gärtnern und die Pflege von Stauden und Gehölzen weiter. (Bildnachweis: privat)Bester Dünger: Die zwischen den behaarten Blattrosetten des Habichtskrauts (Hieracium) verteilten Häufchen stinken nicht, haben es aber in sich. Es handelt sich um den Kot von Regenwürmern, der voller Nährstoffe steckt. Dass hier so viele Häufchen zu sehen sind, deutet auf viele Regenwürmer im Boden hin, die ihn nicht nur mit ihren Ausscheidungen verbessern, sondern durch ihre Gänge lockern und belüften. Kurz: Dieser Anblick ist ein Grund zur Freude. Der nächste Regenschauer löst die Humus-Häufchen ohnehin auf und verteilt sie unauffällig. (Bildnachweis: GMH/Bettina Banse)Mitarbeiter des Monats: Wer beim Graben im Garten versehentlich einen Regenwurm bei der Arbeit stört, wird ihn behutsam zurück in die Erde setzen und sich über diesen unermüdlichen Verbündeten freuen. Regenwürmer fressen nahezu pausenlos, durchlüften den Boden mit ihren Röhren und düngen den Garten mit ihrem Kot. Damit sie sich im Garten wohlfühlen, brauchen sie organisches Material, wie zum Beispiel verrottende Pflanzenreste oder Laub, als Futter. (Bildnachweis: GMH/Bettina Banse)Gärtnergold: Kompost erfüllt mehrere Funktionen. Wird er wie hier als Mulchdecke verwendet, kann er ruhig noch einige grobe Bestandteile enthalten. Als natürlicher Dünger versorgt er die Pflanzen mit Nährstoffen. Für die meisten Stauden und Gehölze reicht eine Gabe im Frühjahr aus. Zugleich erhöht Kompost den Humusanteil im Boden und fördert das Bodenleben. (Bildnachweis: GMH/Staudengärtnerei Gaißmayer)Rohstoff statt Abfall: Laub ist viel zu schade für den Wertstoffhof. Zwischen Stauden und Gräsern bildet es den Winter über eine schützende Mulchdecke. Regenwürmer und Mikroorganismen ernähren sich von den Blättern und wandeln sie in Humus um. Hier ist der Boden rund um die wintergrüne Japan-Segge (Carex morrowii) mit dem Laub von Ahorn (Acer) und Speierling (Sorbus) bedeckt. Die Blätter dieser Baumarten verrotten innerhalb weniger Monate. (Bildnachweis: GMH/Staudengärtnerei Gaißmayer)Genügsame Neuheit: Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Färberhülse (Baptisia australis) gehört zu den Leguminosen. Sie kommt auch mit eher mageren Böden zurecht, da sie den in der Luft vorhandenen Stickstoff über Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln fixieren kann. Außerdem bildet sie tiefe Wurzeln, die den Boden lockern und die in den unteren Bodenschichten liegende Feuchtigkeit erschließen. Trockenheit übersteht diese hierzulande noch relativ seltene Staude daher gut. Bis sie sich etabliert hat, braucht sie ein wenig Zeit, zählt dann aber zu den langlebigen Arten für sonnige Standorte. (Bildnachweis: GMH/Bettina Banse)Frisches Grün: Japan-Berggras (Hakonechloa macra) gedeiht auch in Mitteleuropa und fühlt sich an halbschattigen bis schattigen Standorten mit einem eher feuchten und humusreichen Boden wohl. Wenn die Pflanzen austreiben, ist ein guter Zeitpunkt, um das Gras mit Kompost oder organischem Dünger zu versorgen. Später in der Saison profitiert das sommergrüne Gras von einer Mulchschicht aus Herbstlaub, die es vor Kahlfrost im Winter schützt und das Bodenleben vital hält. (Bildnachweis: GMH/Bettina Banse)Hungriger Hingucker: Anders als sein bekannter Verwandter ist der Sibirische Zier-Rhabarber (Rheum palmatum var. tanguticum) ungenießbar. Parallelen gibt es dafür beim Düngen, denn die Zier-Variante hat ebenfalls einen hohen Bedarf an Nährstoffen. Sobald sich der leuchtend rote Austrieb zeigt, wird Kompost oder ein organischer Dünger aus dem Fachhandel in den Boden eingearbeitet. Derart gut versorgt, wächst diese imposante Staude mannshoch und füllt einen ganzen Quadratmeter aus. (Bildnachweis: GMH/Bettina Banse)Woweffekt mit Mehrwert: Die Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllus) kann über Knöllchenbakterien den in der Luft vorhandenen Stickstoff an ihre Wurzeln binden und den Nährstoff auf diese Weise im Boden speichern. Darüber hinaus machen Lupinen in der Vase eine gute Figur und können als Schnittblumen genutzt werden. Durch die Ernte der Blüten bilden die Pflanzen keine Samen und blühen dafür ein zweites Mal auf. Wer sie lieber im Beet aufblühen lässt, schneidet direkt nach dem Flor und fördert dadurch ebenfalls eine Nachblüte. (Bildnachweis: GMH/Bettina Banse)Klassiker mit Appetit: Sobald die Stauden-Pfingstrose (Paeonia lactiflora) ihren rötlichen Austrieb zeigt, bekommt sie eine Portion Kompost. Er versorgt sie mit wichtigen Nährstoffen für ihre frühsommerliche Blütenpracht. An einem sonnigen Standort in einem humosen, frischen Gartenboden wird diese bekannte Staude lange Freude machen – wenn sie ungestört bleibt. Die Pfingstrose gehört zu den langlebigen Arten, die jahrzehntelang am gleichen Platz wachsen und mit den Jahren ihre volle Pracht entfalten. (Bildnachweis: GMH/Staudengärtnerei Gaißmayer)Gut abgedeckt: Hier schützt eine dünne Schicht aus gehäckseltem Rückschnitt die Erde rund um die Funkien (Hosta). Dieser organische Mulch ist gut für den Gehölzrand und für schattige Standorte geeignet, hält den Boden feucht und lebendig und dämmt den Aufwuchs von Unkraut ein. Sobald die Blattschmuckstauden sich voll entfaltet haben, wird nichts mehr von den Häckseln zu sehen sein. (Bildnachweis: GMH/Bettina Banse)