Weniger Arbeit mit herbstlichen Blättern bei Gehölzunterpflanzung mit Stauden

(GMH/BdS) „Wer sich im Wald umschaut, wird keine blanken Boden finden. Stauden sind die natürlichen Partner der Gehölze und viele Arten sind gerade für halbschattige und schattige Gartensituationen wie geschaffen“, bringt es der Inhaber der „Containerbaumschule & Stauden Michael Kunz“ in Heiligenhaus auf den Punkt.

Das ledrige Laub der Magnolien gleitet an den bogigen Halmen des Pfeifengrases (Molinia) größtenteils ab und rutscht in die Zwischenräume. Im Spätherbst kann es dann in Ruhe entfernt werden. (Bildnachweis: GMH/Bettina Banse)

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Tolle Effekte, wenig Aufwand

Der Nordrhein-Westfale empfiehlt für Flächen, die dauerhaft attraktiv und gepflegt aussehen sollen, bodendeckende und strukturgebende Stauden zu kombinieren. Besonders praktisch sind Bodendecker, die neben wenig Licht auch herabfallendes Herbstlaub tolerieren – oder es sogar ganz verschlucken. „Um filigranes Laub wie das von Nadelbäumen oder Schlitz-Ahornen braucht man sich gar nicht zu kümmern. Auch locker liegendes Laub, etwa von Buchen, ist unproblematisch. Wir entfernen es nur im Spätwinter einmal grob, damit der Frühlingsaspekt der Pflanzungen besser zum Tragen kommt.“ Lediglich bei Gehölzen mit sehr großen oder ledrigen Blättern wie von Trompetenbaum oder Magnolie sollte das Laub bereits im Spätherbst entfernt werden, damit die Pflanzen darunter nicht faulen. „Das müsste man bei Rasenflächen aber auch machen.“

Dauerhaft schön mit jahreszeitlichen Höhepunkten

Die Auswahl geeigneter Pflanzen ist erfreulich groß. Der optische Schwerpunkt liegt bei schattenverträglichen Arten in den unterschiedlichen Blattstrukturen und -oberflächen – wie geschaffen für vielseitige und dennoch ruhig wirkende Flächen. Die einfachste Gestaltungsvariante ist ein „Grundgewebe“ aus flächig wachsenden immer- oder wintergrünen Arten, in das einzelne Strukturgeber eingebunden werden. „Attraktive zusammenhängende Flächen bildet zum Beispiel das im Frühling violett oder weiß blühende Kleine Immergrün (Vinca minor). Mit ‚Anna‘, ‚Marie‘ und Elisa‘ gibt es fantastische neue Sorten, die sich bereits in einer vom Bundessortenamt koordinierten mehrjährigen Sichtung bewährt haben. Auch die goldgelb blühende Waldsteinie (Waldsteinia geoides) wächst schön dicht. In solchen Flächen kann man dann Akzente setzen – beispielsweise mit Salomonssiegel (Polygonatum), Japan-Anemone (Anemona japonica), Schaublatt (Rodgersia), Waldschmiele (Deschampsia), Japan-Waldgras (Hakonechloa macra) und Farnen.“

Natürlich sind auch noch deutlich abwechslungsreichere Pflanzungen möglich, die Basis bilden jedoch in jedem Fall winter- oder immergrüne Arten. „So bringen wir Dynamik ins Bild, vermeiden aber größere Kahlstellen im Frühjahr“, erklärt Kunz. Er persönlich verzichtet übrigens lieber auf eingestreute Zwiebelblumen, weil ihn im Spätfrühling die vergilbenden Blätter zwischen den frischgrünen Stauden stören. „Mein Tipp sind Frühblüher, die ihr Laub unauffällig einziehen, zum Beispiel Frühlings-Anemonen (Anemone blanda) oder Busch-Windröschen (Anemone nemorosa).“

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Pflanzungen mit Laubschluckern

Schnell zu schönen Ergebnissen

Warum lange warten, wenn man es auch gleich schön haben kann! Michael Kunz von der „Containerbaumschule & Stauden Michael Kunz“ in Heiligenhaus pflanzt lieber etwas dichter, um schnell geschlossene Flächen zu erzielen. „Das macht dem Kunden mehr Spaß und spart Arbeit, weil sich weniger Unkraut ansiedeln kann.“ Zusätzlich streut er die Flächen maximal zwei bis drei Zentimeter hoch mit Kiefernrinde ab (Körnung 10-20 mm). „Die hält in der Regel genau die zwei bis drei Jahre, in denen die Pflanzendecke sich komplett schließt. Danach ist Unkraut kein Thema mehr.“

Die Pflanzen wachsen umso rascher ein, je sorgfältiger der Boden gegebenenfalls mit Kompost oder Bimsstein aufbereitet sowie mit Steinmehl, Kalk und organischem Dünger verbessert wurde. Außerdem sollte in den ersten ein, zwei Jahren intensiv gewässert werden. Beim Thema Düngung betont der Nordrhein-Westfale, man dürfe den Bedarf umstehender Gehölze nicht unterschätzen: „Ein Baum holt sich im Bereich unter der Krone die Hälfte bis drei Viertel aller Nährstoffe. Man sollte also entsprechend mehr düngen.“ So gut versorgt, kann man sich anschließend Tag für Tag über attraktive Pflanzflächen freuen.

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